Tips gibt es in den unterschiedlichsten Formen


Verschiedene-Tips_thumb4

So unterschiedlich wie unsere Nagelformen sind, so unterschiedlich sind auch die Tips, die für die Verlängerung der Nägel angeboten werden.

Es gibt breite Tips, flache, mit und ohne Klebefläche, Tunneltips, Stilettotips, Mandeltips, Frenchtips, Ballerinatips und No-File-Tips, Fullcovertips, nur um die bekanntesten zu nennen.




Nicht für jeden Nagel passt jeder Tip

Er muss natürlich in der Breite passen, d.h. er muss mit dem Naturnagel im Nagelfalz genau abschließen und evtl. sogar noch fehlende Seitenlinien ausgleichen.

Der Tunnel des Tips sollte nicht sehr viel stärker sein, als die natürliche Wölbung des Naturnagels, denn dann kann sich der Tip nicht so gut anpassen. Die Flügelchen würden zur Seite abstehen und sich nicht andrücken lassen und in der Mitte des Tips würde er aufstehen und sich nicht auf den Nagel drücken lassen, er würde hochstehen. So entsteht zu viel Druck auf dem Naturnagel und die Modellage kann sich lösen, schlimmstenfalls kann sich auch der Nagel vom Nagelbett lösen (=Olycholyse).

Tip-zu-gewlbt_thumb6 Tip zu gewölbt

Was man hier tun kann:

· Einen größeren Tip wählen, auch wenn er über den Falz hinaussteht und ihn dann an den Seiten (bei den Flügelchen) schmaler feilen, bis er passt.

· Den Tip auf der Oberfläche anfeilen (ca. 1/3 im Bereich der Smileline), das macht den Tip wesentlich flexibler und er passt sich besser an



Worauf man in jedem Fall achten muss, ist die richtige Größe des Tips zu wählen. Dabei muss der Tip mit dem Naturnagel auf beiden Seiten komplett abschließen.

Tip zu großTip zu klein

Linkes Bild: zu groß, rechtes Bild: zu klein
   

Nagelform und Tip

Nagelform-und-Tip_thumb5Auch bei der Auswahl der Tip-Form sollte man vorher schon genau wissen, welche Nagelform man arbeiten möchte. Denn mit dem Tip wird festgelegt, wo später die Nagelspitze der Modellage sein wird. Parallel zur Basislinie (Tunneltip für Newstyle), auf die Basislinie (Stiletto, Mandel), oder abfallende Konturlinie (Ballerina)


Frenchtips


Verhltnis-French2_thumb3Ein Frenchtip erspart uns zwar die Smileline zu ziehen (oder anzudocken), sieht aber nur wirklich schön aus, wenn man ein langes Nagelbett hat, ansonsten stimmt das Verhältnis zwischen Nagelbett und French nicht mehr. Es sollten 2/3 Nagelbett und 1/3 French sein, um harmonisch zu wirken.

Verhltnis-French3_thumb3

Hier könnte man nur den Übergang leicht verblenden und mit einem gut deckenden MakeUp Gel das Nagelbett optisch verlängern, damit ist aber die Smileline des Tips auch weg. Dazu legt man sich ein Bällchen Gel soweit oben auf dem Nagelbett, wie die Smile hoch sein soll und streicht es seitlich zu den Eckpunkten, wo sie Smile beginnen soll. Dann kann man mit einem Frenchgel andocken, Glitzer in ein Aufbaugel legen, oder eben jedes gewünschte Frenchdesign arbeiten.


No-File Tips

Sie sind besonders dünn und daher auch besonders flexibel. Sie passen sich dem Naturnagel hervorragend an und müssen nicht verblendet werden. Außer als Stiletto sind sie in allen Formen erhältlich.

No-File_thumb7


Verblenden
heißt, dass die Kante des Tips zum Naturnagel solange gefeilt werden muss, bis man keinen Übergang mehr sieht. Genau das ist für viele ein Problem, denn dabei muss man so vorsichtig feilen, dass man den Naturnagel nicht mit feilt, er würde sonst sehr dünn werden und derart Schaden nehmen, dass anschließend nichts mehr hält.

Obwohl No-File Tips etwas rauer sind, empfiehlt es sich trotzdem, die Tips zu mattieren, damit das Gel darauf gut halten kann.



Tunneltips

Sie sind besonders für Square Nägel und Newstyle Formen geeignet. Auch die moderne Newstyle Mandel lässt sich damit gut arbeiten.

Newstyle heißt, dass die Konturlinie parallel zur Basislinie verläuft und damit ein ausgeprägter Tunnel entsteht. Bei diesen Tips hat man die gerade Basislinie und kann sich daran für die Konturlinie gut orientieren, auch wenn man die Basislinie später für die moderne Mandel wegfeilt (lila Linie im Bild).

Newstyle5

Da Tunneltips und Stilettotips von Haus aus schon einen starken Tunnel haben, kann man damit sehr gut Formen arbeiten, die ihre Stabilität durch Statik bekommen und weniger durch die Menge an Material, deswegen lassen sich schöne dünne und elegante Modellagen arbeiten

Sollte der Tunnel für den Naturnagel zu stark sein, kann man einen größeren Tip wählen und die Seiten etwas schmaler feilen bis sie passen. So entsteht weniger Druck auf den Naturnagel.

Tips Zeichnung

Normaler Tip Tunneltip, Tunneltip mit Modellage



   

Dualtips

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Diese Tips werden nicht aufgeklebt, sondern als Förmchen benutzt, die von unten mit Gel, Acrylgel oder Acryl gefüllt werden. Dualtips werden mit dem feuchten Material auf den Nagel vorsichtig aufgesetzt und ausgehärtet. Sie haften nicht auf dem Modellagematerial und lassen sich nach dem Aushärten wieder abnehmen.

Sie haben den Vorteil, dass man für eine Verlängerung weder einen Tip kleben, noch eine Schablone anlegen muss. Die Handhabung ist manchmal etwas knifflig, kann aber sehr zeitsparend sein.

Sie haben aber auch ihre Nachteile: Raus quillendes Material oder unvollständige Seitenlinien genauso wie Lufteinschlüsse im oder unter dem Nagel.

Besonders mit den neuen Acrylgelen wurde diese schon länger bekannte Methode wieder neu beliebt.



Tips mit Klebekante

Tips-mit-Klebekante_thumb4Die Klebefläche ist eine Aussparung auf der Unterseite des Tips, die mit Nagelkleber gefüllt wird (grüne Linie). Der Naturnagel wird genau in die Form der Kante (rote Linie) gefeilt und kann dort einrasten.

Für die meisten ist es einfacher, einen Tip ohne Klebekante zu verwenden, weil man da den Naturnagel nicht anpassen muss und man kann den Tip auch mit weniger Auflage kleben, z.B. nur 1 oder 2 mm.

Sollte man keinen anderen Tip zur Hand haben, kann man natürlich die Klebefläche mit dem Tipcutter wegschneiden.

Tips ohne Klebekante

Tips-ohne-Klebekante_thumb4 Hauptsächlich als Tunneltips, Stilettotips, Mandeltips, Ballerinatips, No File Tips

Diese Tips haben den Vorteil, dass der Naturnagel nicht entsprechend der vorgegebenen Klebekante in Form gefeilt werden. Man kann den Tip auf die vordersten 1 bis 2 mm aufsetzen. Manchmal ist das Nagelbett auch nicht ganz gerade, weil die Seiten schief sind, das lässt sich mit diesen Tips sehr einfach ausgleichen. Auch wenn die Seitenlinien mal verfeilt wurden, kann man diese Tips weiter hinten auf dem Nagelbett aufsetzen und die fehlenden Seiten damit ausgleichen.



   

Für die Modellage völlig ungeeignet sind sehr harte und dicke Tips, die sich dem Naturnagel nicht anpassen lassen


Schneiden mit dem Tipcutter

Tipcutter1_thumb4

Beim Kürzen den Tipcutter gerade halten, das ergibt eine gerade Schnittfläche. Dabei immer darauf achten, dass das Messer zur ND hinzeigt. Erstens würde man sich sonst mit der Länge verschätzen und zweitens könnte der abgeschnittene Teil der Kundin ins Gesicht springen. Deswegen ist es auch wichtig, den vorderen Teil des Tips gut festzuhalten und mit einem schnellen Ruck zu schneiden.

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Wenn man den Tipcutter beim Schneiden nach unten hält, wird die Schnittkante runder.

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Wenn man die Klebekante kürzen möchte, hält man den Tipcutter nach oben und man bekommt Flügelchen und eine Smile.
So hält man den Cutter auch dann, wenn der Tip von hinten gekürzt werden soll. Das macht man, wenn man die Form des Tips zwar behalten möchte, er aber zu lang ist. Dazu wählt man einen größeren Tip, der an der geplanten Schnittkante genau bis an die seitlichen Ränder des Naturnagels reicht und kürzt so die Fläche , an der geklebt werden soll (besonders bei Stiletto, Mandel und Ballerina).



Bilder, Text und Zeichnungen
Claudia Gschaider